And the Baden-Württembergischer
Filmpreis goes to...

Gewinner des Baden-Württembergischen Filmpreises 2013

Das Drama 'Die Frau, die sich traut' von Marc Rensing, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, und den Ludwigsburger Produzenten Rüdiger Heinze und Stefan Sporbert (Zum Goldenen Lamm) gewann zum Abschluss der 19. Filmschau Baden-Württemberg den mit 1.000 Euro dotierten Baden-Württembergischen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm. Insgesamt wurden 18 Preise im Gesamtwert von 8.900 Euro am Sonntagabend im Metropol Kino in Stuttgart in den Wettbewerben um den Baden-Württembergischen Filmpreis und den Jugendfilmpreis vergeben.

Arne Ahrens aus Hamburg nahm für 'Meine Beschneidung' den mit 1.000 Euro dotierten Baden-Württembergischen Filmpreis in der Kategorie Kurzspielfilm entgegen. Produziert wurde der Film von Teymour Tehrani und Ümit Uludag aus Ludwigsburg. Sein Protagonist lebt in Stuttgart.

In der Kategorie Dokumentarfilm gewann die gebürtige Münchnerin Johanna Bentz, Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg, für ihren Diplomfilm 'Die Verführungskünstler' den mit 1.000 Euro dotierten Preis.

Mit 'Ein kurzer Film über den Igel' überzeugte der Ludwigsburger Filmstudent Kariem Saleh die Jury in der Kategorie Animationsfilm. Auch Saleh erhielt 1.000 Euro Preisgeld.

Gewinner der Jugendfilmpreise 2013

Ein wahrer Preisregen auch für die Teilnehmer des 10. Wettbewerbs um den Jugendfilmpreis: 'Momentum' von Alexander Bergmann aus Überlingen wurde als Bester Film und Bestes Drehbuch ausgezeichnet. Für die Beste Ensembleleistung nahm 'SOKO Beihingen'-Macher Julian Däuble aus Haiterbach-Beihingen einen Preis entgegen. Die Beste schauspielerische Leistung sprach die Jury Laurenz Lerch aus Heimkirchen zu. Kristian Stamenkovic und Roman Motsa aus Stuttgart bekamen für 'Georg Elser – Das Attentat' den Preis für den Besten Dokumentarfilm. Philipp Westerfeld aus Stuttgart holte mit 'Joindiggapartybus<3' den Preis Bester Schnitt. Timo Kolb, Jonathan Müller und Julian Dieterich aus Stuttgart holten sich mit 'Hatter' den Preis für Beste VFX/Design. Simon Straetker, Sven und Manuel Löffler aus Löffingen gewannen mit 'H2Ochschwarzwald' den Preis Beste Kamera.

Katholischer Jugendmedienpreis

Die Katholischen Jugendmedienpreise, vergeben durch das Bischöfliche Jugendamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart, gingen in der Kategorie 13 bis 15 Jahre an den Film 'neunundneunzigkommaneun' von der Video AG der Oscar-Paret-Schule in Freiberg, in der Kategorie 16 bis 19 Jahre an 'Er, Sie, Es' von Anja Gurres, in der Kategorie 20 bis 27 Jahre an 'Meyer' von Sascha Quade.

VVS-Preis ‚Goldene Orange’

Erstmals wurde im Rahmen des Jugendfilmpreises der VVS-Preis 'Goldene Orange' vergeben. Die beiden Regisseure Sarah Kunst und Tilo Hensel aus Aidlingen machten mit ihrem Film 'Verpasst' das Rennen. Der Sonderpreis für den besten Werbespot ging an 'VVS verbindet' von Julian Körrenz aus Eberdingen.
 

Die Jurybegründungen zum Baden-Württembergischen Filmpreis

BESTER SPIELFILM: ‚Die Frau, die sich traut’

„Eine wirklich gute Story, so heißt es, lässt sich in nur einem Satz beschreiben: „Beate, Arbeiterin in einer Großwäscherei und hingebungsvolle Mutter, beschließt nach der Diagnose Gebärmutterkrebs, endlich mal nur für sich was zu tun und ihren Jugendtraum – sie war erfolgreiche Leistungsschwimmerin in der DDR – gegen sämtliche äußere Widerstände zu verwirklichen: den Ärmelkanal zu durchschwimmen.“
Mittels eines tollen Ensembles, allen voran die wunderbare Steffi Kühnert, und eindrucksvoller Bilder gelingt es Regisseur Marc Rensing, diese Geschichte emotional und fesselnd zu erzählen. Zwischen gefühlvollen, tragischen und liebevollen Momenten, die nie ins Kitschige abrutschen und einer feinen, klugen Komik die durchaus auch zum herzhaften Lachen einlädt, schlängelt sich der Film leichtfüßig durch dieses kleine, große, anrührende Stück Leben. Rensing lässt sich Zeit für seine Figuren ohne dabei die Geschichte aus den Augen zu verlieren und verwendet die Möglichkeiten des Kinos, um sie zu erzählen. 'Die Frau, die sich traut' zieht uns Zuschauer schnell in seinen Bann, erzählt einfühlsam seine Geschichte, unterhält und entlässt uns hoffnungsvoll und zuversichtlich mit der ermutigenden Botschaft: 'Carpe diem, es ist nie zu spät.'“

BESTER KURZSPIELFILM: ‚Meine Beschneidung’

„Dem Regisseur Arne Ahrens und den Produzenten Teymour Tehrani und Ümit Uludağ ist mit „Meine Beschneidung“ ein von leichter Hand erzählter Kurzfilm gelungen. Obwohl es um Identität, Erwachsenwerden, Tradition, Familie und Freundschaft geht, gelingt es dem Film, die Themen nicht bedeutungsschwanger, sondern unverkrampft und dabei authentisch herauszustellen. So sind wir gerne der unvorhersehbaren Reise von Ümit aus Stuttgart zu seiner Beschneidungsfeier in die Türkei gefolgt. Und haben uns von einer charmanten, mit viel Freude erzählten Geschichte und überzeugenden Darstellern überraschen lassen. Den Machern dieses im besten Sinne unterhaltenden Kurzfilms wünschen wir den Sprung ins Langformat – gemäß den Worten ihres Protagonisten Ümit: ‚Check das ab, hier kommt mein Credo, ich geh ab wie ein Torpedo.'" 

BESTER DOKUMENTARFILM: ‚Die Verführungskünstler’

‚Dem Film gelingt es mit großer Leichtigkeit, dem Zuschauer einen Einblick in die Nöte des modernen jungen Mannes zu ermöglichen, der sein Heil aus der Frauenlosigkeit in einem männerbündlerischen System sucht. Die (sogenannte) Pick-Up-Szene schafft mit zahlreichen Gruppenritualen bis hin zu einer eigenen Code-Sprache eine Gesellschaft innerhalb unserer Gesellschaft und versucht, eines der letzten Reservate des Privaten zu regeln. Berührend ist der Weg des sympathischen Haupt-Protagonisten vom schüchternen und gehemmten Jungen zum eifrigen Pick-Up-Eleven bis hin zu seiner Bewusstwerdung, dass er sich im Grunde seines Herzens nicht ungezählte Sex-Abenteuer wünscht, sondern (Zitat) „bedingungslose Liebe“. Er möchte als Mensch angenommen werden – so wie er ist. Der gelungene Einsatz von Videotagebüchern schafft eine eindringliche Nähe zu den Protagonisten, wohingegen das Stilmittel der Lexikon-Einträge die Pick-Up-Sprache verständlich macht und dabei eine ironische Distanz ermöglicht. Insgesamt also ein berührender Film, der seine Protagonisten in ihrer Notgemeinschaft ernst nimmt und in humorvoller Weise ein existentielles, intimes Grundbedürfnis der Menschheit thematisiert – nämlich die Sehnsucht nach Liebe und Akzeptanz.“ 

BESTER ANIMATIONSFILM: ‚Ein kurzer Film über den Igel’

„Der liebenswerte Igel in seinem ulkigen Auto hat uns schon in den ersten Sekunden umgarnt und schlussendlich überzeugt, wer der Sieger unseres Herzens ist. Ein lautes ‚Chapeau!’ für die überzeugende Gefühlswelt des stachligen Kleinsäugers, das kraftvolle Setting mit seiner ikonografischen Bildsprache und eine einfach entzückende Geschichte. Möge er die blaue Herzensdame für sich gewinnen!“ 

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